Vortrag im Unternehmen Niessing in Vreden am 11. März 2014

 

 

Schönheit, Ökologie und Wohlbefinden

Kleine Kulturgeschichte des Schmückens

 

 

 


Schönheit und Attraktion

 

Menschen sind Ordnungssucher. Deshalb streben sie nach Schönheit und Schmuck. Schönheit ist ein Begriff der vollkommenen Ordnung. Wie Güte und Qualität, wie das Höchste und das Beste, wie Ganzheit, Liebe und Anmut.

 

Schönheit bedeutet Attraktion. Neigung. Anziehung. Wird ein Schönes erkannt, erzeugt es sofort ein Bedürfnis, ihm nahe zu sein. Diese Sehnsucht nach dem Schönen ist seine Attraktion. Eine Sache kann attraktiv sein und auf sich aufmerksam machen. Hilfreich dabei sind wertvolle Materialien, überraschende Funktionen, interessante Farben und Formen.

 

 

Schmuck und Funktion

 

Schmuck ist so alt wie der Mensch. Gelegentlich schmückt er sich nur für sich, in der Regel aber gehört Schmuck in den Kontext von Kommunikation und Austausch. Zuerst schmückt sich der Mensch mit dem, was die Natur bietet: Muscheln, Knochen, Zähne und Stein, oder er beklebt seine Haut mit Blättern, bemalt sie mit farbiger Erde, ritzt sie oder verfertigt Hals-, Fuß- und Armreifen. Im Grunde kann alles Schmuck werden: Trophäen und Souvenirs, Blätter und gefundene Dinge, seltene Objekte, getrocknete Früchte und Erde. Mit dem Wissen über die Gewinnung und Verarbeitung von Metall kreieren und erzeugen die Menschen eine besondere und entwickelte Art von Schmuck.

 

Wer sich Gedanken über Sinn, Herkunft und Bedeutung von Schmuck macht, wird rasch entdecken, dass er auf keine Fachdisziplin trifft, die sich verantwortlich fühlt, auf solche Fragen Antwort zu geben. Als Ästhetik ist Schönheit Teil der Philosophie, die das Schöne als ein allgemein und abstrakt Schönes behandelt. Dagegen sind der modernen Kunstbetrachtung weder Schönheit noch Schmuck ein interessantes Thema. Daher bedarf die Beschäftigung mit Schmuck Wissenschaften wie der Evolutionstheorie, der Philosophie und der Biologie.

 


Ökobilanz des Schmuck-Materials

 

Nach Sinn und Bedeutung von Schmuck zu fragen hat eine Berechtigung, denn er steht als Luxusgut, ökologische Zumutung und überflüssiges Accessoire moralisch und politisch in der Kritik. Ein Fingerring aus Gold, heißt es, zerstöre genau so viel Natur, wie die Herstellung von zwei Mittelklasse-Automobilen. Das wäre eine außerordentlich schlechte Ökobilanz. Deshalb wird die weitere Frage gestellt, ob es Schmuck geben darf angesichts weltweiter Kriege und Hungersnöte, verheerender Umweltkatastrophen, Epidemien und Armut in vielen Gegenden der Welt, und ob, moralisch betrachtet, erlaubt sein kann, beruflich mit Schmuck zu tun zu haben.

 

Nach eingehender Prüfung fällt die Antwort deutlich aus: Es ist erlaubt. Denn der Mensch braucht Schmuck. Auch Luxus. „Wir können auf alles verzichten“, sagt Rainer Werner Fassbinder, „außer auf Luxus.“ Man muss aber noch weitergehen: Schmuck ist notwendig. Daher gibt es gute Gründe dafür, Schmuck zu entwerfen, herzustellen und mit ihm zu handeln: Aus Gründen der Moral, der Ökonomie und des Wohlbefindens des Menschen. Nicht zuletzt aus ökologischen Gründen, denn obwohl Gold viel Natur verbraucht, weist es doch eine völlig andere Bilanz auf als Automobile, die in der Bundesrepublik eine Lebensdauer von etwa zwölf Jahren haben. Dagegen kann das Gold in einem Ring hunderte, sogar tausende von Jahren alt sein. Vor allem aber: Gold verbindet sich nicht mit Sauerstoff und wird ewig bestehen. Mit dieser Perspektive haben Gold und andere wertvolle Materialien eine gute Ökobilanz. Unterstützt dadurch, dass die Menschen mit wertvollen Dingen auch gut umgehen.

 

 

Weisheit des Hauses – Kosmos, Schmuck und Ordnung

 

Ökobilanzen sind sinnvoll und wichtig, doch sie müssen – wie das Beispiel zeigt – im rechten Licht betrachtet werden. Was aber bedeutet die Silbe Öko im Wort Ökobilanz? Sie bezieht sich auf den Lebensort des Menschen: die Welt.

 

Das griechische Wort Oikos heißt Haus. Ursprünglich ist das große Haus Welt gemeint. Zuerst lebt der Mensch in diesem großen Haus unter freiem Himmel. Mit der Sesshaftwerdung beginnt er mit dem Hausbau und richtet sich in ein selbst erfundenes und selbst gebautes Haus ein.

 

Das griechische Wort Oikos heißt auch Haushalten. Gemeint ist die Balance der Naturvorgänge. Mit dem Hausbau wird das Haushalten der Natur auf das Wohnhaus des Menschen übertragen und bedeutet Balance von Einfuhr und Ausfuhr – die Balance von dem, was die Menschen in das Haus investieren und von dem, was sie am Ende ernten. Dazu gehören der Ackerbau und die Zucht von Tieren, das Einrichten und Reinigen des Hauses, das Feiern ritueller Feste zur Kommunikation mit den himmlischen Mächten, der angemessene Umgang der Bewohner miteinander und das Lagern der Überschüsse für den Winter. In dem Sinne bedeuten die großen Worte Ökonomie und Wirtschaften lediglich Haushalten, das Haus in Ordnung halten.

 

Der Bedeutung des Hauses für den Menschen erschließt sich noch aus einem anderen griechischen Begriff für WeltKosmos. Kosmos bedeutet Welt und Welt-Ordnung, Schmuck und Schatzkiste. Auch das von Menschen errichtete Haus als die kleine Welt des Menschen ist ein Kosmos. Aufschlussreich ist der Gegenbegriff zu Kosmos – Chaos. Chaos heißt Unordnung und Schmucklosigkeit. Deshalb sind die beiden wesentlichen Begriffe für Haus Ordnung und Schmuck. Auch deshalb hat der Mensch den Hausbau erfunden: um in seiner neuen, kleinen Welt mehr Übersicht und im Leben eine größere Ordnung zu erhalten.

 

So erweist sich die Ökonomie als Lehre von der Ordnung des Hauses und von seiner Bewahrung. Alle Einheiten mit einer Relation von Ein- und Ausfuhr bilden einen Oikos – mögen sie Nation, Wohnung, Mensch, Unternehmen, Umwelt oder Menschheit heißen.

 

Langfristig bleiben solche Einheiten nur dann in Balance, wenn drei unterschiedliche Relationen von Ein- und Ausfuhr harmonieren: Wirtschaft, Kultur und Sozialität. Keine der Komponenten darf fehlen, soll ein Haus für lange Zeit bestehen: das sachliche Ein- und Ausführen (Wirtschaft), die Pflege von Brauch und Tradition (Kultur) sowie der gute Umgang der Menschen miteinander (Sozialität).

 

Oikos als Welt, Haus und Balance, sowie Kosmos als Welt-Ordnung, Haus und Schmuck offenbaren, dass der Schmuck des Hauses seine Ordnung ist.

 

 

Schönheit in der Tierwelt

 

Neu-Guinea ist ein Paradies unterschiedlichster schöner Vögel. Reich an Formen, Farben und Gesten. Die Männer der Papua jagen diese Tiere. Sie wollen die bunten, glänzenden Federn, um sich mit ihnen für das Werben um die Frauen zu schmücken. Indem sie das tun, machen die Männer genau das, was die Männchen der Paradiesvögel machen: Sie schmücken sich für die Vogelweibchen.

 

In der Natur repräsentiert das Männchen das, was der Mensch unter schön versteht: Buntheit, Formenreichtum und ein differenzierter Bewegungs- und Gestaltungsausdruck, sowie Ebenmaß und Glanz. Auch die Männchen sind die wunderbaren Sänger in der Natur. Ihre Prächtigkeit, ihre enorme Vielfalt und der Umstand, dass auf ein Weibchen bis zu zwanzig Männchen kommen, zeigt, dass jedes Männchen eine so große Konkurrenz hat, dass es sich für das Werben etwas einfallen lassen muss. Durch die Wahl des Männchens durch das Weibchen züchten die Weibchen Gesang, Aussehen und Tanzfertigkeit der Männchen.

 

Charles Darwin hat zu Recht behauptet, dass die an die Natur gut angepassten Lebewesen die Fittesten sind und am ehesten überleben. Das sind diejenigen, die kaum wahrzunehmen sind, und von Feinden nur selten entdeckt werden. Das betrifft das Weibchen, das in seiner ungeschmückten Naturgarderobe recht gut geschützt ist. Doch da auch Männchen trotz ihrer Auffälligkeit für Feinde und trotz vieler Handicaps wie die langen Federn des Pfaus oder die großen, hinderlichen Geweihe der Hirsche gut überleben, hat Darwin neben der natürlichen Selektion eine sexuelle Selektion angenommen – die Wahl des Männchens durch das Weibchen. Das Weibchen wählt das Männchen nach zwei unterschiedlichen Kriterien aus. Zum einen nach den Maßen wie Ebenmaß, Größe und Proportion, zum anderen durch die Beschaffenheit der äußeren Hülle wie Haar, Haut und Gefieder.

 

Leben ist Ordnung. Der höchste Grad an Ordnung, den das Weltall hervorgebracht hat. Lebensordnung bedeutet äußerlich Symmetrie, Größe und Proportion. In dieser Ordnung gründen alle Abweichungen von der Norm – das betrifft auch Abweichungen in der Kunst und im Design. Ein hinkender Löwe, ein Hirsch mit einer ungeraden – unsymmetrischen – Anzahl von Geweih-Enden werden nie ein Rudel anführen, weil sie dazu nicht erwählt werden, ebenso wenig wird ein schlecht singendes Vogelmännchen von einem Weibchen erhört werden.

 

Auch die Beschaffenheit der äußeren Hülle der Lebewesen bestimmt die Wahl, deshalb bedürfen Federn, Horn, Haar und Haut – die aus Eiweißverbindungen bestehen – einer guten Qualität. Lebewesen brauchen Eiweiß zu ihrer Reproduktion. Sie könnten sonst weder wachsen noch verbrauchte Teile ersetzen. Eine gute Ausstattung mit Eiweiß spiegelt sich als Dichte und Glanz der äußeren Hülle wider, die anzeigt, dass das Lebewesen über einen ausreichenden Vorrat an Eiweiß verfügt und gesund und kräftig ist.

 

Anhand beider Kriterien – Symmetrie und Beschaffenheit der Hülle – trifft das Weibchen seine Wahl, indem es die gesundheitliche Verfassung des Männchens ermittelt. Der Grund liegt darin, dass Weibchen dafür sorgen sollen und wollen, dass ihre Gene weiterexistieren. Dem dient die Partnerwahl. So mögen Vogelweibchen beim Anblick eines bunten und glänzenden Gefieders eines Vogelmännchens intuitiv denken: „Dieser Typ ist gesund und bringt meine Gene sicher in die nächste Generation. Denn wenn er durch seine auffällige Schönheit, seinen weit hörbaren Gesang für Feinde so auffällig ist, und dennoch lebt, muss er stark und clever und mir ein geeigneter Partner sein.“ In ähnlicher Weise könnten Rehe beim Anblick eines symmetrischen und wuchtigen Hirsch-Geweihs und eines starken und tieftonigen Gebrülls denken.

 

Was Menschen Schönheit nennen, bedeutet der Natur Gesundheit. Und damit Durchsetzungsvermögen. Es sind die äußeren Zeichen, aus denen etwa ein Vogelweibchen intuitiv schließt, dass ein Männchen eine hohe genetische Qualität besitzt: eine symmetrische Gestalt, Glanz, Fülle und Farbenpracht des Gefieders und kraftvolle Tanzgebärden. In den Auswahlkriterien der Weibchen liegt eine Art Gestaltungstrieb der Natur, der das Schöne hervorbringt.

 

 

Schmuck und Kultur

 

Der Mensch dagegen ist ein Kulturwesen und Schmuck seine Fähigkeit zur Gestaltung. Zur Kreativität, zum Selbstbewusstsein und zur Erkenntnis. Den ersten Schmuckstücken aus Muscheln, Knochen und Fischwirbeln folgen in der Steinzeit geschlagene Steine. Dann folgen die heiligen Zeichen in den Malereien auf Höhlenwänden.

 

Der älteste bisher gefundene Goldschmuck ist 6500 Jahre alt. Er stammt aus einem Gräberfeld in Bulgarien und war eine Grabbeigabe. Vor mehr als 5000 Jahren begann die Schmuckproduktion in Ägyptern, dem bedeutendsten Gold-Land der Antike. Die Ägypter stellten breite Halsketten, Ringe, Broschen und Götterfiguren her und waren in der Lage, mit Gold alle Arten von Steinen einzufassen.

 

Etymologisch leitet sich Gold von ghel ab, das gelb bedeutet, das wiederum auf Glanz und Zierde verweist. Gold hat seine hohe Bedeutung daher, dass es nicht oxidiert, langlebig ist, ein hohes Gewicht und einen wunderbaren Glanz hat – hier zeigt sich eine Parallele zur Attraktion des gesunden Gefieders der Vögel. Deshalb kann Goldschmuck auch den Status einer Person erhöhen – Wohlhabenheit als eine Art Gesundheit. Ebenso gilt Gold als geweihtes Material oder dient als Tauschmittel. Aufgrund seiner Langlebigkeit nannten die Ägypter Gold das „Fleisch der Götter“.

 

Es gibt bisher keine respektable Schmuck-Theorie. Insbesondere deshalb, weil er dem theoretisch vernachlässigten Kunsthandwerk zugeordnet wird. Erst allmählich erhält guter Schmuck den Status von Design und Kunst.

 

Schmuck dient unterschiedlichen Zwecken: er lenkt Rituale, verschönt, verbindet, weckt Gefühle, fördert Erkenntnis, kann helfen, die Identität von Personen und von Familien zu bewahren, berührt und stiftet Ordnung.

 

Der Gestalter Adolf Loos störte sich noch generell am Verschönern und Schmücken. Sein Motto: „Ornament ist ein Verbrechen.“ Dagegen wird das Schöne wie im Satz „Diamonds are a Girl’s Best Friend“ personalisiert. Schmuckstücke werden dann zu Menschen, sogar zu besseren Menschen.

 

 

Potenziale von Schmuck

 

Schmuck ist ursprünglich in rituelle Prozesse eingebunden. Beim Übergang von der Jugend ins Erwachsenendasein werden Haare geschnitten, Haut bemalt und tätowiert oder Gliedmaßen deformiert. Wird Schmuck nicht mehr ausschließlich in Ritualen verwendet, macht er sich vom Körper frei und wird gegenständlich.

 

In Ritualen soll Schmuck geistige Räume öffnen. Das sind emotionale Zustände, die Heilprozesse fördern sollen, oder spirituelle Zustände, die zeigen, dass hinter den wahrnehmbaren Dingen Rätsel verborgen sind. Bereits das Jahrtausende dauernde Beharren am scheinbar Nutzlosen wie dem Schmuck, offenbart, dass der Mensch eine Ahnung davon hat, dass die Welt ein Rätsel ist.

 

Schmuck verschönt. Er kann aus schönem, wertvollem, seltenen und gut geformtem Material bestehen, von dessen Schönheit die Träger profitieren.

 

Schmuck verbindet. Dass er Nähe herstellt, drückt sich am deutlichsten im Ehering aus, dem Symbol für Verbundenheit und für die Unendlichkeit der Liebe. Daher die große Bedeutung der Ehe- oder Freundschaftsringe.

 

Schmuck löst Gefühle aus. Zur Funktion eines Produkts gehören die Gefühle, die das Produkt hervorruft. Da geliebter Schmuck Gefühle des Gefallens, der Freude und der Verbundenheit hervorruft, steigert er das Wohlbefinden.

 

Schmuck ist ein Erkenntnisobjekt, das erlaubt, hinter die wahrnehmbaren Dinge zu schauen. Schmuck ist nicht oberflächlich, sondern transzendiert die wahrnehmbare Welt. Kleine Kinder stecken alles in den Mund, um die Güte, die Brauchbarkeit und die Qualität der Gegenstände zu ermitteln. Erwachsene mögen sich an diese frühen Prüfungen erinnern und daraus ihren Geschmack für eine besondere Art und Form des Schmucks entwickeln. Im Gelb des Goldes und in seinem Glanz, der auf weiß, hell und licht verweist, kann ein Schmuckstück zur erhellenden, erleuchtenden und aufklärenden Erkenntnis werden.

 

Schmuck bewahrt die Identität einer Person. Solange ich diesen Schmuck trage, spüre ich meine Kraft und spüre, dass ich derselbe bin. Wenn dann der Schmuck von Generation zu Generation vererbt und weitergetragen wird, entstehen die Bande der Familie. Beide Fälle zeigen, dass Schmuck das Vermögen zur Selbsterkenntnis hat.

 

Schmuck berührt. Berührt wird der Mensch, wenn er von etwas Besonderem angeregt wird. Getroffen in seinem tiefsten Innern – von einer schönen Form, einem interessanten Gegenstand, dem Verhalten oder dem Blick einer Person oder von einem ungewöhnlichen Ereignis. Berührt wird der Mensch von Qualität. Von etwas Wesentlichem. Vom Kern einer Sache oder einer Person.

 

Schmuck hat ein Wesen. Wie alles, das in der Welt ist. Alles hat etwas ganz eigenes. Einen eigenen Charakter. Eine eigene Art. Etwas Typisches, das Philosophen Wesen nennen. Dieses Wesen bedeutet Eigenart, Wert und Qualität. Der griechische Philosoph Aristoteles nennt das Wesen ein Was-es-ist-dies-zu-sein. Die Römer nennen es Quale – unser Wort für Qualität. Berühren kann immer nur ein Wesen – ein Unwesentliches kann nicht berühren –, so wie immer nur ein Wesen berührt werden kann – ein Unwesentliches kann nicht berührt werden. Deshalb erweist sich das Berührtsein als Resonanz zwischen zwei Wesen: Der Mensch wird dann von einer (guten) Qualität in seinem tiefsten Innern getroffen und bewegt.

 

Qualität wirkt über die Sinnesorgane fördernd auf die Entwicklung des Menschen. Gute Formen und Funktionen sowie wertvolles Material sprechen den Menschen an, indem sie ihn aufmerksam machen und die Aufnahmefähigkeit seiner Sinne steigern, ihre Vielfalt bewahren und ihn befähigen, Nuancen und Schattierungen wahrzunehmen. Das frühe und wiederholte Wahrnehmen von Qualität ist eine Möglichkeit, in Geschmacksfragen ein sicheres Urteil auszubilden. Daran hat das Tragen von Schmuck einen maßgeblichen Anteil.

 

Allen Bedeutungen von Schmuck liegt ein Element immer zugrunde – Ordnung. Menschen als Ordnungssucher suchen Ordnung für sich, für andere, für die Gemeinschaft und für die Welt. Sie wollen Leben und Welt in eine überschaubare, handhabbare Form bringen, da Form und Ordnung dem Leben Unsicherheit und Bedrohlichkeit nehmen. Darin liegt die Stille Kraft von Schmuck.

 

 

Unternehmen als Schmuck

 

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass in Unternehmen etwa ein Drittel aller Investitionen an inneren, persönlichen Reibereien zwischen den Mitarbeitern vergeudet wird. Europäische Nationen prognostizieren ein Wachstum von einem halben, in guten Zeiten auch von zwei, drei oder vier Prozent. Das ist lediglich ein Zehntel dessen, was sich bei Überwindung innerer Reibereien gewinnen ließe.

 

Darin liegt die große Bedeutung des Sozialen. Des social capital. Das soziale Kapital eines Unternehmens sind die Beziehungen zwischen den Menschen, die sich in Vertrauen und Hilfsbereitschaft, in Freundlichkeit und Teamarbeit ausdrücken. Das macht das soziale Kapital zu einer entscheidenden ökonomischen und ökologischen Kraft eines Unternehmens, denn eine funktionierende Teamarbeit schafft nicht nur Synergien, sondern ist auch Ausdruck der Würde des Menschen.

 

Nichts ist gewinnbringender als motivierte Mitarbeiter. Motivation ist Bewegung, die von innen kommt. Aus Motivation erwächst Freude und Fairness, Transparenz und Wohlbefinden – eine gesunde Basis für Unternehmen. Deshalb gehört zum Grundkapital eines Unternehmens neben dem monetären und kulturellen Kapital wesentlich auch das soziale Kapital. Wenn diese drei Komponenten zusammenwirken, wird das Unternehmen zu einem Schmuckstück für Mitarbeiter und Kunden sowie für die Gesellschaft.

 

Die Schmuck-Manufaktur Niessing stellt hervorragende Handwerksprodukte her. Ausgezeichnet durch herausragende handwerkliche Arbeit, durch überraschende Formen, raffinierte Farben, gediegene Materialien und wunderbare Farbnuancen. Sie stützt sich dabei auf drei entscheidende Elemente des Manufaktur-Unternehmertums: Handwerk, Tradition und kompetentes Personal auf allen Ebenen des Unternehmens. Darin liegt die Zukunft des Unternehmens.

 

 

Schöne Gedanken ALS SCHMUCK    

 

Gedanken und Ideen können Schmuck sein. Das sind schöne Ideen, die beruhigen und anregen, die verzaubern und nachdenklich machen, die überraschen und Freude bereiten. Immer sind es Ideen, die zuversichtlich stimmen und den Menschen und seine Umgebung ordnen. Gerade an einer schönen Idee wird sichtbar, dass Schmuck ein Ordnungsprinzip ist.

 

Schöne Ideen sind auch behilflich, Entscheidungen mit Sicherheit und Verantwortung zu treffen. Eine solche Idee stammt von Meng Tse – einem Schüler des Kungfu Tse –, der eine Idee entworfen hat, die einem Mantra gleicht, die Ruhe und Ordnung gibt und ein Ausdruck von Verantwortung ist: „Es ist möglich, als großer Mensch zu handeln.“ Ein Mantra für guten Schmuck, der wesentlich zur Förderung der Kultur beiträgt, indem er Schönheit und Ökologie, Selbstbewusstsein und Verantwortung, Wohlbefinden und Anmut in Balance bringt.

 


© Hajo Eickhoff 2014


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13. Dezember 2017

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