Wirtschaft als Oikologie

Handlungen des Menschen sind Handlungen des Wirtschaftens. Vorausgesetzt, Wirtschaften wird in seinem ursprünglichen Sinn aufgefasst - als Haushalten. Dann bedeuten Ökonomie, Wirtschaft und Haushalt dasselbe: das Bewahren und die Pflege des Hauses. Doch das Haus ist vieles: ein Lebewesen und eine Familie, ein Wohnhaus, die Kommunikation mit anderen Menschen und der Umgang des Menschen mit der Natur. Haushalten bedeutet alltägliches Handeln. In diesem Sinn wandelt sich Ökonomie in Ökologie - zum Bewusstsein, dass das Bewahren des Hauses ein entscheidender Maßstab menschlichen Handelns ist. Doch damit ist der Gedanke des Haushaltens noch nicht zu Ende gedacht. Dazu muss das Denken ein Denken des Ganzen sein, das Ganze des Lebens und der Welt - des Oikos, Kosmos, Universums und Weltalls. Das ist Oikologie. Was die Menschen gegenwärtig mehr als alles andere nötig haben ist Oikologie. Und das bezieht eine Oikologie des Denkens, Verhaltens und Fühlens mit ein - eine Oikologie des Geistes. Denn nur scheinbar sind es Automobile, die dem Menschen die gute Luft nehmen, Atomkraftwerke, die die Umwelt für Jahrtausende belasten, Kriege, die die Kinder dieser Welt töten und ein schlechter Umgang der Menschen miteinander, der ihnen gegenseitig Motivation, Zufriedenheit und Hoffnung nimmt. Tatsächlich ist es die geistige Haltung hinter den Handlungen und dem Einsatz der Werkzeuge, die das Fatale hervorbringen - nicht Fahrzeuge, Atommailer oder Waffen. Eine Aufgabe besteht darin, zu verstehen, dass der Mensch nicht nur seine Umwelt prägt, sondern dass er selbst auch seine Umwelt ist. So wie Autofahrer nicht im Stau stehen, sondern selbst der Stau sind. © Hajo Eickhoff 2014

Hajo Eickhoff

 

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25. September 2017

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